Friedrich Heinrich Otto Weddigen, dr.phil.

Literaturwissenschaftler und Schriftsteller

* 9. Februar 1851 in Minden/Westfalen - † 29. Januar 1940 in Berlin

Schriftsteller Dr.Otto Weddigen
Schriftsteller Dr.Otto Weddigen

Otto Weddigen war der Sohn eines Landwirts und ein Urenkel von Peter Florens Weddigen. Er besuchte das Gymnasium in Minden und nahm noch als Oberprimaner am Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 teil, in dem er sich eine schwere Typhuserkrankung mit Lähmungserscheinungen zuzog. Weddigen studierte neuere Sprachen, Geschichte, Literatur und Ästhetik an den Universitäten in Halle (Saale)Straßburg und Bonn. Ab 1874 wirkte er als Gymnasiallehrer in Schwerin; im gleichen Jahr promovierte er an der Universität Rostock mit einer Arbeit über das Rolandslied zum Doktor der Philosophie. 1876 legte er das Zweite Staatsexamen ab, und von 1878 bis 1888 lehrte er an einem Gymnasium in Hamm/Westfalen. 1883 erfolgte seine Habilitation an der Technischen Hochschule Hannover. Nachdem es ihm nicht gelungen war, auf einen Universitätslehrstuhl berufen zu werden, war Weddigen von 1888 bis 1893 weiter als Gymnasiallehrer tätig, diesmal in Wiesbaden. 1893 wurde er in den Ruhestand versetzt und wirkte fortan als freier Schriftsteller. 1897 übersiedelte er nach Charlottenburg.

Otto Weddigens Werk umfasst neben literaturgeschichtlichen Arbeiten Romane, Erzählungen, Gedichte – von denen zahlreiche als Lieder vertont wurden – und Theaterstücke. Seit seinen Anfängen stets überaus patriotisch gesinnt, gehörte Weddigen während des Ersten Weltkriegs zu jenen Autoren, die die deutsche Kriegsteilnahme nicht nur mit literarischen Texten, sondern auch mit Sachbüchern über den Einsatz neuer Kriegswaffen wie U-Boote und Flugzeuge verherrlichten. Von 1903 bis 1907 war er Herausgeber der Monatszeitschrift „Für unsere Kleinen“.

 

Werke:

Étude sur la composition de la Chanson de Roland (d'après l'édition critique de Boehmer), Rostock 1874 , Lessings Theorie der Tragödie mit Rücksicht auf die Controverse über die "Katharsis tōn pathēmatōn", Berlin 1876, Die nationale Reform unserer höheren Lehranstalten , Die patriotische Dichtung von 1870/71, Schwertlieder eines Freiwilligen aus dem Feldzuge von 1870 - 1871, Über die Notwendigkeit einer Professur für neuere Litteratur an den deutschen Hochschulen, Zur Würdigung der Sedan-Feier und des verflossenen Jahrzehnts , Studien und Erinnerungen, Geschichte der Einwirkungen der deutschen Litteratur auf die Litteraturen der übrigen, europäischen Kulturvölker der Neuzeit, Leipzig 1882, Aus der litterarischen Welt und für dieselbe, Hannover 1883, Das Buch vom Sachsenherzog Wittekind Hermann Gottlieb Friedrich Hartmann), Die Hohenzollern und die deutsche Litteratur, Düsseldorf 1883, Gesammelte Dichtungen 1 (1884) 2 (1884), Geschichte der deutschen Volkspoesie, München 1884, Lord Byrons Einfluß auf die europäischen Litteraturen der Neuzeit, Hannover 1884, Der Sagenschatz Westfalens, Neue Gedichte, Kassel 1885, Neue Märchen und Fabeln, München 1885, Gedichte aus der Heimat und aus Italien, Von der roten Erde, Erfurt 1887, Westfalen, Land der roten Erde, Minden 1887, Helgamor und Godalind, Wiesbaden 1889, Letzte Garben, Leipzig 1890, Gesammelte Werke, Wiesbaden, Gedichte, 1891, Fabeln und Parabeln, 1891, Märchen, 1892, Epische und dramatische Dichtungen, 1889, Epische Dichtungen, 1896, Dramatische Dichtungen, 1896, Zur Geschichte des deutschen Meistergesanges, Wiesbaden 1891, Märchen, Wiesbaden 1892, Ein einiges Christentum und eine einige christlich-deutsche Kirche, Berlin 1893, Das Wesen und die Theorie der Fabel und ihre Hauptvertreter in Deutschland, Leipzig 1893, Bilder aus dem Teutoburger Walde und Wesergebirge, Bielefeld 1894, Bilder aus der westfälischen Geschichte, Bielefeld 1894, Der deutschen Jugend Schatzkästlein, Berlin 1894, Geschichte des Königlichen Theaters in Wiesbaden, Wiesbaden 1894, Was ist die Bibel? Der Wahrheit die Ehre!, Berlin 1894, Der Kampf des Geistes" und "Ideal und Dämon", Leipzig 1896, Novellen und Erzählungen, Leipzig, 1 (1896) 2 (1896), Westfalen, Paderborn 1896, Schmied Mimer, Essen (Ruhr) 1897, Deutsches Jugendbuch, Berlin 1898, Schein und Sein, Leipzig 1898, Schwänzelpeter und Schlumpelliese, Von der roten Erde, Geschichte der Berliner Theater, Berlin 1899, Litteratur und Kritik, Leipzig 1899, Der Raub der Odaliske, Leipzig 1901, Aufsätze und Reden, Erinnerungen aus meinem Leben, Gotha 1901, Die Ruhestätten und Denkmäler unserer deutschen Dichter, Halle 1903, Ans Herz der Jugend!, Elberfeld 1904, Die deutsche Sage und das deutsche Volksmärchen, Stuttgart 1904, Geschichte der Theater Deutschlands, Berlin  1 (1904) 2 (1906) , Auf dem Heiratsbureau, Bonn 1905, Auf falscher Spur, Essen-Ruhr 1905, Jung-Siegfried, Den Manen Schillers, Halle 1905, Die Bettlerin von San Marco und andere Novellen, Heilbronn 1907, Das griechische und römische Theater und das Theater Shakespeares in ihrer kulturgeschichtlichen Entwicklung, Leipzig 1907, Hans Tunichtgut, Leipzig 1907, Krieg und Katastrophen, Leipzig 1907, Der König von Sion, Leipzig 1908, Neues und Altes von der "Roten Erde", Doktor Eisenbart, Dramatische Bilder aus der westfälischen Geschichte, Bielefeld 1909, Leichtsinn und Ehre, Leipzig 1909, Nausikaa, Leipzig 1909, Thomas Pfefferling, der Afrikafahrer, Altenburg 1909 (m. Friedrich Wolfgang Weddigen), Unter der Vaterschuld, Jena 1910, 1812 - 1813, Bonn 1912, Westfalens Anteil an den Befreiungskriegen, Leipzig 1912, Kriegsgedichte 1914, Berlin 1914, Neue Kriegsgedichte 1914/15, Unser Seeheld Weddigen.

[auf der Liste der auszusondernden Literatur]:  

 

 Das erste Handels-Unterseeboot "Deutschland" und sein Kapitän Paul König, Leipzig 1916, Unsere Möwe!, Leipzig 1916, Unser Unterseebootkrieg und unsere Unterseeboothelden, Leipzig 1917, Deutschlands Luftkrieg und Heldenflieger 1914 - 1917, Regensburg 1918, Wie können wir eine Gesundung und Blüte unserer deutschen Literatur erreichen?, Liebenwerda 1918, Ausgewählte Märchen, Charlottenburg 1922, Aus Kaiserreich und Republik, Berlin-Charlottenburg 1924, Aus Sturmes Tagen, Einiges über mein Schaffen, Charlottenburg 1931, Poetische Werke, Berlin, Lieder und Gedichte, Balladen und Romanzen, Fabeln und Parabeln, Sprüche und Aphorismen, 1932, Märchen, Dorfgeschichten, Novellen und Erzählungen, 1932, Dramen, 1932.

 

Herausgeberschaft

 Auswahl englischer Gedichte, Paderborn 1877, Auswahl französischer Gedichte, Paderborn 1879, Peter Florens Weddigen: Geistliche Oden und Lieder, Leipzig 1879, Unser Vaterland in Liedern deutscher Dichter älterer und neuerer Zeit, Kassel 1880, Westfalen, das Land der "roten Erde" in der Dichtung, Minden 1881, François Ponsard: Charlotte Corday, Festschrift zur hundertjährigen Wiederkehr der Befreiungskriege von 1813, 1814, 1815 und zur Einweihung des Völkerschlachtdenkmals bei Leipzig, Leipzig 1912.

Literatur:

Max Schmidt: Otto Weddigen

Weblinks:

Eintrag im "Lexikon westfälischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller

Literatur von und über Otto Weddigen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

(gemäss Eintrag von Wikipedia)

 

 

Sein Biograf war der Lokalhistoriker Theodor Weddigen, der im Raume Bielefeld so manches geschichtliches Thema aufgriff und publizierte.

Werke:

Theodor Weddigen, Nachrichten aus der Familie Weddigen; Stammbaum des Dichters Dr.Otto Weddigen in direkter Linie 1886

idem: Bielefeld und das Haus Milse im 7jährigen Krieg JB hist Ver.f.d.Grafschaft Ravensburg 1895

idem: Die freien Höfe und Häuser, die Exempten oder Eximierten ibidem 1895

idem: Über den Namen Ossenberg 1935

idem: Das alte Rathaus (in Bielefeld) 1900

...und weitere Titel des Jahresberichtes der Grafschaft Ravensburg 1895, 1897 uam.

 

Wer berichtet uns mehr über Theodor?  


Kommentare: 3
  • #3

    Max B. (Freitag, 23 Juni 2017 14:15)

    Otto bester

  • #2

    Eduart (Freitag, 23 Juni 2017 14:12)

    Hallo

  • #1

    Ulrich Budler (Mittwoch, 30 Dezember 2015 18:23)

    Lieber Weddiges,
    ich bin gerade dabei die kleine Geschichte des adeligen Gutes Mandelsenbostel in Achim zusammenzutragen.
    Hierbei "lief" mir ein Weddige Ihrer Familie über den Weg:
    Friedrich Florenz von Weddig, Dragoneroberst, Sohn des Johann Daniel (1636 – 20.10.1708 Minden) und Christina
    Kauf des Gutes 22.8.1738, Reichsadel vom 13.10.1736
    * 23.2.1671 Hartum
    00 Sophia Hedewig Bruncken
    + 25.6.1740 Herzberg

    Mich würde nun interessieren, wann und wo besagter Friedrich Florenz geheiratet hat und ob es irgendwelche Informationen bezüglich den Kauf des Gutes gibt. Angeblich sollen seine Kinder das Gut später für 8100 Thaler am 16.1.1743 an Dr. Gottlieb Lebrecht von Exter verkauft haben. Aber auch darüber existieren hier nur Gerüchte.
    Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.
    Herzliche Grüße
    Ulrich Budler, Heimatgverein Achim
    und ein frohes Neues Jahr