Peter Florens Weddigen, Scherenschnitt um 1790
Peter Florens Weddigen, Scherenschnitt um 1790

Peter Florens Weddigen

Publizist, Historiker, Liederdichter

* 18. Juni 1758 in Bielefeld - † 11. September 1809 in Kleinenbremen

Leben: 

Er war Sohn des Leinenkaufmanns Friedrich Wilhelm Weddigen und besuchte das Gymnasium in Bielefeld. Danach studierte er Evangelische Theologie, Geschichte und Philosophie in Halle an der Saale. Er promovierte zum Dr. phil. In den Jahren 1778 bis 1781 war er Lehrer am Waisenhaus in Halle, danach war er Subkonrektor am Gymnasium in Bielefeld. Seit 1793 arbeitete er als Prediger in Buchholz bei Minden und ab 1797 in Kleinenbremen. Verheiratet war er mit Charlotte Stohlmann, die ihn bei seinen publizistischen Projekten unterstützte. Er starb durch Freitod.

Werk:

Er hat zur Geschichte, Lebensart und Kultur Westfalens publiziert. Dabei hat er sich mehrfach gegen den verbreiteten Aberglauben gewandt. Er veröffentlichte etwa die Historisch-geographisch-statistische Beschreibung der Grafschaft Ravensberg in Westphalen (2 Bde., Leipzig, 1790). Darüber hinaus gab er verschiedene meist kurzlebige Zeitschriften und Kalender heraus. Darunter war etwa das Westphälische Magazin zur Geographie, Historie und Statistik. Dieses war eine Materialsammlung zur westfälischen Geschichte. Dabei standen bedeutende und unwichtige Dinge nebeneinander. Anfangs hatte das Magazin 900 Abonnenten. Die Zustimmung ließ bald nach, so dass Weddigen dieses Projekt nach wenigen Jahren aufgeben musste. Sein Handbuch der historisch-geographischen Literatur Westphalens hatte sich vorgenommen, eine Übersicht über das gesamte Quellenmaterial zur Erforschung der westfälischen Geschichte zusammen zu tragen.

Die meisten seiner Projekte hatten nur wenig Erfolg. Höhere Auflagen erzielten seine Kalender. Gleichwohl hatte er eine gewisse Bedeutung für die Entwicklung einer Lesekultur im Westfalen. Weddigen stand als Herausgeber und Verleger in Kontakt zu den wichtigsten damaligen westfälischen Autoren. Für ihn schrieben unter anderem Justus Möser, Karl Arnold Kortum, Anton Friedrich Büsching, Johann Moritz Schwager und Johann Gottfried Christian Nonne.

Daneben hat er auch geistliche Lieder verfasst. Diese wiesen einen durchaus beachtlichen Erfolg auf. Seine Geistlichen Oden und Lieder erschienen erstmals 1801 und erlebten bis 1879 mehrere Auflagen. Sogar das preußische Königspaar sandte ihm dazu 1798 zwei persönliche Schreiben. In verschiedene regionale Gesangbücher fanden seine Lieder Aufnahme.

In Dortmund ist eine Straße nach ihm benannt.

Schriften (Auswahl)

 Westphälisches Magazin zur Geographie, Historie und Statistik. 1784–1788 Digitalisate

Historisch-geographisch-statistische Beschreibung der Grafschaft Ravensberg in Westphalen  Digitalisat

 Neues Westphälisches Magazin zur Geographie, Historie und Statistik. 1789–1794 

Digitalisate

Paderbornische Geschichte nach Schatens Annalen. Lemgo, 1801 

Leipzig, 1801 Digitalisat

Historisch-geographisch-statistische Beyträge zur näheren Kenntnis Westphalens Digitalisat

Weblinks 

Literatur von und über Peter Florens Weddigen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek 

Eintrag in Lexikon Westfälischer Autoren und Autorinnen

Literaturportal Westfalen

Vorträge Mindener Geschichtsverein

Wikipedia-Personensuche



 

Johanna vom Baur-Weddigen, Einst und Jetzt
Druckschrift Wiesbaden August 1916; Erinnerungen aus der Familie um Peter Florens Weddigen
Johanna vom Baur-Weddigen, Einst und Jet
Adobe Acrobat Dokument 743.3 KB


Kommentare: 1
  • #1

    Ulrich Budler (Mittwoch, 30 Dezember 2015 18:23)

    Lieber Weddiges,
    ich bin gerade dabei die kleine Geschichte des adeligen Gutes Mandelsenbostel in Achim zusammenzutragen.
    Hierbei "lief" mir ein Weddige Ihrer Familie über den Weg:
    Friedrich Florenz von Weddig, Dragoneroberst, Sohn des Johann Daniel (1636 – 20.10.1708 Minden) und Christina
    Kauf des Gutes 22.8.1738, Reichsadel vom 13.10.1736
    * 23.2.1671 Hartum
    00 Sophia Hedewig Bruncken
    + 25.6.1740 Herzberg

    Mich würde nun interessieren, wann und wo besagter Friedrich Florenz geheiratet hat und ob es irgendwelche Informationen bezüglich den Kauf des Gutes gibt. Angeblich sollen seine Kinder das Gut später für 8100 Thaler am 16.1.1743 an Dr. Gottlieb Lebrecht von Exter verkauft haben. Aber auch darüber existieren hier nur Gerüchte.
    Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.
    Herzliche Grüße
    Ulrich Budler, Heimatgverein Achim
    und ein frohes Neues Jahr